Sport und Integration

Bild des Benutzers Flowconcept
Gespeichert von Flowconcept am 9. Februar 2015 - 15:27
Volleyballmannschaft mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft bejubelt gemeinsam einen Punktgewinn

Integrationsmotor Sport

Sport ist ein wichtiger Baustein zur Integration zugewanderter Menschen

Für die Sportpolitik der Landesregierung ist es wichtig, die Integration zugewanderter Menschen durch Sport zu unterstützen. Verschiedene Initiativen gehen auf die sportlichen Bedürfnisse von zugewanderten Menschen ein.

bislang nicht bewertet
 

Sport hat enormes Integrationspotenzial. Beim Sporttreiben und bei Sportveranstaltungen lernen sich Menschen unterschiedlichster Kulturkreise kennen. Bei diesen Begegnungen entdecken sie Gemeinsamkeiten, bauen Missverständnisse und Vorurteile ab sowie Verständnis und Toleranz auf.

Das Sportministerium und der Landessportbund Nordrhein-Westfalen nutzen die bedeutsame Funktion des Sports als Integrationsmotor für unsere Gesellschaft sehr erfolgreich. Gestützt auf ca. 19.000 Sportvereine mit über fünf Millionen Mitgliedern wird über vielfältige Veranstaltungen, Projekte und Initiativen eine stärkere Beteiligung der Menschen mit Migrationshintergrund erreicht.

Initiativen als Folge wissenschaftlicher Studien

Grundlage für die Initiativen in den nächsten Jahren bilden die Ergebnisse des Forschungsvorhabens "Integration von Migrantinnen und Migranten in und durch den Sport". Es wurde an der Universität Bielefeld, Abteilung Sportwissenschaft, unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay und Herrn Prof. Dr. Klaus Cachay durchgeführt.

Im Mittelpunkt der Studie steht die Integrationskraft der Sportvereine. Das Projekt ist als flächendeckende Regionalstudie angelegt und untersuchte in Bielefeld und Duisburg quantitativ und qualitativ Vereinssportangebote für alle Altersgruppen und beide Geschlechter. Es berücksichtigte dabei auch Angebote der ethnischen Sportvereine.

Weitere Informationen finden Sie in der Präsentation des Forschungsprojekts Integration von Migrantinnen und Migranten in und durch den Sport (PDF, 507 KB).

Projekt "Spin – Sport interkulturell"

Das Projekt Spin – Sport interkulturell verfolgt das Ziel, Integrationsprozesse im Sport zu fördern. Dies bezieht sich besonders auf Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund. Zu diesem Zweck werden an mittlerweile fünf Standorten (Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen) vielfältige Sportangebote entwickelt und umgesetzt. Sie orientieren sich gezielt an den Bedürfnissen der 6 bis 20 Jahre alten Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund. Das Projekt endet im Jahr 2015.

Initiativen zur Integration von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund in den Sport

Auch andere Studien machen deutlich, dass es weiterhin ein wichtiges Ziel ist, Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund für den Sport zu gewinnen. Nur etwa 10 Prozent aller Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund sind im organisierten Sport aktiv. Die Beantwortung von Fragen wie "Wie können junge Frauen erreicht werden?", "Welche Zugangsbarrieren gibt es und wie können sie überwunden werden?" und "Welche Sportbedürfnisse formulieren Frauen mit Migrationshintergrund?" liefern wichtige Hinweise für künftiges Handeln.

"Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball"

Mädchenfußball wird immer beliebter. Er verbindet Kinder und Jugendliche aus allen Schichten mit und ohne Migrationshintergrund. Das Projekt "Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball" nutzt diese integrative Kraft des Fußballs. Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund erhalten fußballspezifische Angebote durch Kooperationen von Grundschulen mit schulnahen Vereinen.

2009 startete in Nordrhein-Westfalen das Projekt "Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball". Die Initiative schafft durch Kooperationen von Fußballvereinen und Schulfußball-AGs an Grundschulen Fußballangebote für Mädchen. Das Ziel des Projekts besteht darin, vor allem Mädchen aus Stadtteilen mit schwieriger Sozialstruktur für den Sport zu begeistern und sie auf diesem Weg in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Informationen zu dieser frühen Phase des Projekts finden Sie im Flyer Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball (PDF, 684 KB) und in der Broschüre Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball (PDF, 3,53 MB).

Ab 2012 wurde das Projekt mit großem Erfolg ausgeweitet, so dass im Jahr 2014 insgesamt 20 Standorte in Nordrhein-Westfalen an der Umsetzung der Idee beteiligt waren.

In der aktuellen Handreichung aus dem Jahr 2014 Mädchen mittendrin – Ein Leitfaden zur kommunalen Umsetzung (PDF, 1,71 MB) finden Sie weitere Informationen zur Umsetzbarkeit der Projektidee auch an Ihrer Schule, in Ihrem Verein, in Ihrer Kommune.

Projektinhalte

Durch die Einrichtung von Mädchen-Fußball-AGs an Grundschulen in NRW möchte das Projekt "Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball" nicht nur das Selbstbewusstsein und die Persönlichkeit junger Schülerinnen stärken. Auch das Erleben eines Gemeinschaftsgefühls soll Kinder dabei schichtübergreifend, mit oder ohne Migrationshintergrund, im Alltag unterstützen.

Konkrete Umsetzungsschritte
  • Mädchenfußball- AGs: Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen dienen als Einstieg in den Mädchenfußball. Die AGs werden in enger Zusammenarbeit mit einem schulnahen Fußballverein angeboten.
  • Fußball-Assistentinnen-Ausbildung: 14- bis 17-jährige Sekundarschülerinnen werden in dreitägigen Kursen zu Fußballassistentinnen ausgebildet, um bei der Betreuung und Anleitung der fußballbegeisterten Mädchen in Schule und Verein zu helfen.
  • Mädchenfußball-Turniere: Schulfußballturniere bieten die Möglichkeit, die erworbene Technik und Taktik in die Praxis umzusetzen. Die Turniere werden von Fußballassistentinnen und häufig in Zusammenarbeit mit den beteiligten Sportvereinen organisiert und umgesetzt.
  • Mädchenfußballcamps: Die Camps, die sich über einen Zeitraum von einem bis drei Tagen erstrecken können, geben den Mädchen die Möglichkeit, ihre fußballerischen Fähigkeiten weiter auszubauen und unterstützen die Mädchen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. So lassen sich aufgrund des vielfältigen Angebots das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Mädchen nachhaltig positiv beeinflussen.
Kontaktpersonen und Kontaktadressen

Projektleitung
Prof. Dr. Ulf Gebken
Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften
Universität Duisburg-Essen
Gladbecker Straße 182
45141 Essen
Telefon: 0201 1837610
ulf.gebken@uni-due.de
 
 
 
Ansprechpartnerin
Katharina Althoff
Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften
Universität Duisburg-Essen
Gladbecker Straße 182
45141 Essen
Telefon: 0201 1837344
katharina.althoff@uni-due.de

Themen

Sport