Bibliotheken im Aufbruch: Digitalisierung als Chance

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Gespeichert von Henning Severin am 27. Oktober 2016 - 16:14
26. Oktober 2016

Bibliotheken im Aufbruch: Digitalisierung als Chance

Die Bibliotheken bleiben auch in Zeiten der Digitalisierung ein wichtiger Ort in den Städten Nordrhein-Westfalens. Das ist das Ergebnis der 2. Bibliothekskonferenz, die am 26. Oktober im Kulturministerium stattgefunden hat. Unter dem Motto "Bibliotheken im Aufbruch" trafen sich knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bibliotheken und Kulturverwaltungen, um über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung zu diskutieren.

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Der Präsident des Deutschen Bibliotheksverbandes, Hans-Joachim Grote, forderte in seiner Keynote, dass Bibliotheken bereit sein müssten neue Wege zu beschreiten, ohne ihre alten Aufgaben vollständig aufzugeben. Anhand seiner Erfahrungen legte er dar, wie sich Bibliotheken heute innerhalb ihrer Kommune behaupten müssen und welche besondere Rolle sie als sogenannter Dritter Ort in der Stadtgesellschaft spielen können.

Welchen Einfluss die Digitalisierung auf die Bibliotheken konkret hat, machten Expertinnen und Experten an Beispielen aus dem Arbeitsalltag deutlich. Vorgestellt wurde unter anderem das Konzept der Digitalen Nachbarschaft ("Kommunikation 2.0 für Bibliotheken"), das zeigt, welche Möglichkeiten die sozialen Medien den Bibliotheken bieten: ein besserer Informationsaustausch untereinander und eine direkte Kommunikation mit der Öffentlichkeit.

Am Beispiel der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen wurden Wege aufgezeigt, wie mit digitalen Medien neue Besucherinnen und Besucher gewonnen werden können. Dazu gehören neben einer modernen technischen Medienausstattung, ein bedarfsgerechter Medienbestand, freies öffentliches WLAN und eine intensive Informationspolitik auch in den sozialen Netzwerken. Darüber hinaus werden Bibliotheksbeschäftigte in der Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz geschult.

In einer Podiumsdiskussion stellten Claudia vom Felde (Stadtbibliothek Mülheim an der Ruhr), Michaele Gincel-Reinhardt (Stadtbücherei Erkrath) und Yilmaz Holtz-Ersahin (Stadtbibliothek Duisburg) ihre Erfahrungen mit interkultureller Bibliotheksarbeit vor. Sie leisten mit Lernpatenprojekten, Sprachcafés, Spiel- und Vorleseangeboten sowie Kooperationen mit Ehrenamtlichen und Sozial- und Bildungspartnern einen wichtigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen.

Zum Abschluss der Konferenz schilderte Reinhard Gatzke, Kulturdezernent der Stadt Hilden, durch welche Maßnahmen und Initiativen es der Bibliothek in seiner Stadt gelungen ist, bundesweit als Bibliothek des Jahres 2016 ausgezeichnet zu werden. Dazu zählen ein Netzwerkaufbau mit anderen Einrichtungen in der Kommune und die Einführung eines Qualitätsmanagements. Daneben hat sich die Bibliothek digital neu aufgestellt.

Zur Bibliothekskonferenz hatten das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und der Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen e. V. geladen.

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