Ministerin Kampmann lud Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbände zu Familiengipfel

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Gespeichert von Henning Severin am 12. Januar 2016 - 17:01
20. Januar 2016

Ministerin Kampmann lud Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbände zu Familiengipfel – Gemeinsame Erklärung soll Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich stärken

Familienministerin Christina Kampmann hat nach dem Familiengipfel in Düsseldorf eine Erklärung zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf vorgestellt, mit der Wirtschaft und gesellschaftliche Verbände gemeinsam die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Familien in Nordrhein-Westfalen deutlich verbessern wollen. "Wir wollen ein starkes familien-, wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Signal setzen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht ganz oben auf der politischen Agenda der Landesregierung", sagte die Ministerin.

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Familienministerin Christina Kampmann hat nach dem Familiengipfel in Düsseldorf eine Erklärung zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf vorgestellt, mit der Wirtschaft und gesellschaftliche Verbände gemeinsam die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Familien in Nordrhein-Westfalen deutlich verbessern wollen.  "Wir wollen ein starkes familien-, wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Signal setzen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht ganz oben auf der politischen Agenda der Landesregierung", sagte die Ministerin. Zu dem Treffen hatte Ministerin Kampmann Wirtschaftsminister Garrelt Duin sowie Vertreterinnen und Vertreter der nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der kommunalen Spitzenverbände, der freien Wohlfahrtspflege, der Familienverbände, der Familienselbsthilfe, der Kirchen, der Fraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag und einzelne Unternehmen ins Düsseldorfer Ministerium eingeladen.

Wir wollen ein starkes familien-, wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Signal setzen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht ganz oben auf der politischen Agenda der Landesregierung.
Christina Kampmann, Familienministerin des Landes NRW

In der gemeinsamen Erklärung sprechen sich alle Unterzeichnenden dafür aus, dass die Unternehmen sich weiter flexiblen und familienorientierten Arbeitszeitmodellen öffnen sollen. So sollen verstärkt unterschiedliche Formen ortsunabhängigen Arbeitens in den Blick genommen werden. Außerdem ist es das Ziel, Väter und Mütter gleichermaßen mit familienfreundlichen Personalmaßnahmen zu unterstützen. Führungskräfte sollen für das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" sensibilisiert und  ermutigt werden, bei Bedarf selbst familienfreundliche Angebote in Anspruch zu nehmen oder auch "Führen in Teilzeit" zu praktizieren.
 
Unternehmen wird nahegelegt, mit ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern regelmäßig in Mitarbeitergesprächen die Arbeitszeiten und das Stundenpensum zu reflektieren. Zudem wollen die Beteiligten in einem Dialog mit den Kommunen und den Trägern der Kindertagesbetreuung sowie der Jugendhilfe die Randzeitenbetreuung erweitern und verbessern, aber auch Ferienbetreuungsprogramme ausbauen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Baustein für moderne Personalpolitik und sollte in zukunftsorientierten Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein.
Garrelt Duin, Wirtschaftsminister des Landes NRW 

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Baustein für moderne Personalpolitik und sollte in zukunftsorientierten Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein. Unternehmen müssen sich aus ureigenem Interesse mit dieser Balance zwischen den Lebensbereichen befassen. Im Wettbewerb um Fachkräfte ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Prädikat für die Arbeitgeberattraktivität", sagte Wirtschaftsminister Garrelt Duin.
 
Ministerin Kampmann kündigte in diesem Zusammenhang die Bildung einer Arbeitsgruppe "familie.digital" an. Diese soll bis zum Herbst konkrete Ideen erarbeiten, wie im Rahmen der Digitalisierung die bestehenden Arbeitszeitmodelle – Telearbeit oder Homeoffice – in der Praxis weiter ausgebaut werden können: "Wir müssen die Möglichkeiten, die die Digitalisierung eröffnet, noch mehr nutzen – mit dem klaren Ziel einer stärkeren Entkoppelung von Beschäftigungsort und Arbeitszeit. Damit schaffen wir mehr räumliche und zeitliche Unabhängigkeit für die Familie", sagte Ministerin Kampmann.

Zeitmangel ist das größte Problem für Familien

 

 Das sagen familienfreundliche Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen:

"Über 90 Prozent aller Mütter kehren nach der Elternzeit zurück"

"Ford fördert als familienfreundliches Unternehmen die ausgewogene Balance zwischen Privat- und Berufsleben. Daher stehen allen Beschäftigten verschiedene Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf offen: Von Telearbeit oder mobilem Arbeiten über den betriebseigenen Kindergarten bis hin zu verschiedenen Teilzeitmodellen. Insgesamt werden die Möglichkeiten zum Arbeiten in Teilzeit von 14,2 Prozent der Belegschaft in Anspruch genommen. Der Erfolg dieser Maßnahmen lässt sich auch an der Rückkehrquote von Müttern aus der Elternzeit bemessen: Über 90 Prozent aller Mütter kehren nach der Elternzeit zu ihrem Arbeitgeber zurück."
Wilfried Okfen, Personalleiter Ford

"Noch stärker in allen Lebensphasen individuell entfalten"

"Unsere Mitarbeiter sollen sich in Zukunft noch stärker in allen Lebensphasen individuell entfalten können. Somit unterstützen und fördern wir die Vielfalt der Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen familiären Bedürfnissen. Unser ganzheitlicher, lebensphasenorientierter Ansatz beschreibt dabei drei wichtige Handlungsfelder: 'Freiräume schaffen, Entwicklungen fördern und Gesundheit erhalten.'"
Ulf Mainzer, Arbeitsdirektor der ERGO Versicherungsgruppe

"Familienbewusste Personalpolitik sind Grundlage unternehmerischer Erfolge"

"Maßgeschneiderte Lösungen für eine familienbewusste Personalpolitik sind für perbit die Grundlage unternehmerischer Erfolge in der IT-Branche. Eine flexible Arbeitsplatzgestaltung mit Home Office, Videokonferenzsystem für reduzierte Reisezeiten, Vertrauensarbeitszeit und Teilzeitmodelle – auch für Führungskräfte – sowie ein umfangreiches Gesundheitsmanagement führen zu einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit. Eine geringe Fluktuation und Krankheitsquote sowie eine gesteigerte Arbeitgeberattraktivität sind ein Gewinn für das Unternehmen und eine Investition in die Zukunft, um die demografische Entwicklung und den gesellschaftlichen Wandel zu meistern."
Jörg Klausch, Geschäftsführer der perbit Software GmbH

"Väter in Teilzeit mit Beraterbüros im eigenen Haus"

"Seit 1988 unterstützt die VR-Bank Nordeifel eG ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den bekannten Maßnahmen zur Vereinbarkeit Beruf und Familie, wie zum Beispiel: Jobsharing seit 1988, Vertrauensarbeitszeit seit 1996 welche bis heute noch innovativ praktiziert werden. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern arbeiten wir stetig an der Weiterentwicklung unserer menschenorientierten Arbeitsplatzkultur, wodurch unter anderem neue Stellen geschaffen wurden, wie: Väter in Teilzeit mit Beraterbüros im eigenen Haus.

Seit 2012 sind wir mit dem Qualitätssiegel "Familienfreundlicher Arbeitgeber" der Bertelsmann Stiftung zertifiziert. Als "Pionier in der Region bezüglich Familienfreundlichkeit" (Zitat Projektmanagerin der Bertelsmann Stiftung) gründeten wir 2012 ein Unternehmernetzwerk Nordeifel-Euskirchen, wo zwischenzeitlich 16 Unternehmen als "Familienfreundlicher Arbeitgeber" zertifiziert sind. Getreu unserem Grundsatz "Gemeinsam schaffen wir mehr" wurde am 04. Dezember 2014 mit 20 Unternehmen die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen gegründet. Durch unsere Aktivitäten stieg die Mitgliederzahl in 2015 auf 50 mittelständische Unternehmen (mit einer Arbeitnehmerzahl von 10 bis 1.000 Mitarbeiter), mit stark steigender Tendenz. Alle Mitarbeiter und deren Angehörige können bei der Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen eine persönliche Beratung oder über Intranet mit einem Passwort die Leistungen rund um: Kinderbetreuung, Pflege und Demenz, Gesundheitliche Fragestellungen, Belastende Lebenssituationen in Anspruch nehmen. Zurzeit setzen wir Impulse für weitere Familiengenossenschaften in anderen Regionen.

Aus der gesamten Entwicklung heraus wurden wir Pre-Tester beim INQA-Audit, wo Familienfreundlichkeit ein Hauptbestandteil ist. Als zweites Unternehmen bundesweit haben wir das INQA-Audit im Sommer 2015 erfolgreich abgeschlossen und zugleich vier Unternehmen animiert den Prozess des INQA-Audits als Pilotunternehmen zu durchlaufen. Gemeinsam mit den Unternehmen und Institutionen sind wir auf dem Weg einen "Familienfreundlichen Kreis Euskirchen" zu gründen und sehen dabei Potenzial als Blaupause für andere Regionen."
Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender VR-Bank Nordeifel eG

Statements der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW und des DGB NRW:

"Familienfreundlichkeit ist eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung"

"Wir begrüßen die Initiative der Familienministerin zur Durchführung dieses Familiengipfels. Familienfreundlichkeit ist eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung. Grundvoraussetzung für die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist der kontinuierliche Ausbau einer hochwertigen, flexiblen und bezahlbaren Kinderbetreuung. Dies gilt für Kitas und die schulische Ganztagsbetreuung gleichermaßen. Ich freue mich über das große Engagement vieler Unternehmen, die ihre Mitarbeiter beispielsweise durch flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice-Lösungen oder auch organisatorische und finanzielle Hilfe bei der Kinderbetreuung unterstützen.

Das Engagement zeigt, dass die Unternehmen ihre Handlungsfelder erkannt haben und damit gleichzeitig auch gesellschaftspolitische Verantwortung wahrnehmen. Das entbindet die Politik jedoch nicht von der Aufgabe, ihre Anstrengungen beim massiven Ausbau der Betreuungs-Infrastruktur weiter zu erhöhen. Ich warne gleichzeitig vor übertriebener Regulierung, denn pragmatische, passgenaue Lösungen in den Unternehmen sind effektiver als bürokratische Regelungen der Politik."
Horst-Werner Maier-Hunke, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e. V. unternehmer nrw

"Vereinbarkeit von Familie und Beruf von größter Bedeutung"

„Für die Gewerkschaften ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von größter Bedeutung. Partnerschaftliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzt wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen und Männern sowie gleiche berufliche Entwicklungschancen voraus, Familienpolitik muss dazu einen Beitrag leisten. Gewerkschaften und Personalrätinnen und Personalräte und Betriebsrätinnen und Betriebsräte können mit ihrer Kompetenz auf eine familienfreundliche Arbeitskultur hinwirken, indem sie aktiv gestalten, Impulsgeberin und Motor für Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Betrieb sind. Familienfreundlichkeit umfasst viele Handlungsfelder: dabei können Betriebs- und PersonalrätInnen Vereinbarungen treffen unter anderem bei der Anpassung der Arbeitszeit an die Kitaöffnungszeiten, Freistellungsregelungen bei Krankheit, Förderung der Berufstätigkeit und Entwicklungschancen, Gesundheitsförderung, Personalentwicklung, Entgeltgleichheit, Aufbrechen von Geschlechterrollen und Förderung der Geschlechtergerechtigkeit.“
Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW
 

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