Film-Seminare für Schulen: "Propagandafilme des Nationalsozialismus"

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9. März 2016

Filmseminar für Schulen: "Propagandafilme des Nationalsozialismus"

Die Landeszentrale für politische Bildung bietet Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9 ein Filmseminar zum verantwortungsvollen Umgang mit dem nationalsozialistischen Filmerbe und auf die "Gegenwartsbedeutung der Vergangenheit" an.

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Die Nationalsozialisten nutzten gezielt für ihre Propagandamaschinerie die Wirkung des Films. Bereits Anfang des Jahres 1933 begann die "Arisierung" des deutschen Filmgewerbes. Alle jüdischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden entlassen und fortan nur noch Filmschafende deutscher Abstammung eingesetzt. Es entstanden ideologisch geprägte und hetzerische Werke, wie zum Beispiel:

  • Jud Süß - Antisemitischer Hetzfilm: Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Joseph Süß Oppenheimer, der im 18. Jdt. als Finanzberater des württembergischen Herzogs Karl Alexander tätig war. Für die Bevölkerung galt Oppenheimer schon bald als Urheber aller Missstände im Land. Der Film zeigt ihn als erfindungsreichen Bösewicht und Vergewaltiger.
  • Ich klage an – Euthanasiepropaganda: Eine schwerkrankte junge Frau bedrängt ihren Ehemann, einen namhaften Mediziner, sie zu erlösen. Da er seine Frau sehr liebt, ist er bereit dazu. Daraufhin wird ihm der Prozess gemacht, in dem die verschiedensten Meinungen zur Sprache kommen.
  • Hitlerjunge Quex  Verführung der Jugend: Kommunistische Jugendverbände und die Hitlerjugend stehen sich im Berlin der beginnenden 1930er Jahre als verfeindete Organisationen gegenüber. Heini Völker, Sohn eines Kommunisten, lässt sich auf die Seite der Hitlerjugend ziehen und verrät einen geplanten kommunistischen Anschlag auf das Hitlerjugendheim.
  • Kolberg  Durchhaltefilm: Nach der vernichtenden Niederlage Preußens in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt steht die pommersche Hafenstadt Kolberg vor der Frage, ob sie sich Napoleon kampflos ergeben soll.

Diese Filme stehen unter Vorbehalt und dürfen daher nur in Begleitung und mit entsprechender Vor- und Nachbereitung gezeigt werden. Die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen bietet interessierten Schulen die Möglichkeit, diese Filme im Rahmen eines dreistündigen Seminars zu behandeln. Dabei werden Schülerinnen und Schüler über die rassistische Propaganda des Naziregimes informiert. Sie erhalten Einblick in die Manipulations- und Wirkungsmaschinerie der nationalsozialistischen Filme und über die historischen Hintergründe. Daneben wird der Bogen zu den heutigen rechtsextremistischen Gefahren im Internet und in den neuen Medien gespannt. Schülerinnen und Schüler sollen mit diesem aktuellen Bezug die Werte der demokratischen Gesellschaft,  wie Toleranz und Respekt, verdeutlicht werden. Die Filmtage eignen sich für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse allgemeinbildender Schulen.

Im Rahmen des Seminars berichtet ein Referent des Instituts für Kino und Filmkultur vorab über den Film und analysiert ihn im Anschluss mit den Anwesenden.

Organisatorisches

Der Filmtag findet im Kino oder in der Schule statt. Die Veranstaltung dauert drei Zeitstunden. Im Kino muss pro Person ein Eintrittspreis von 3 Euro bezahlt werden. Die Teilnahme der Lehrkräfte ist kostenlos. Für den entsandten Referenten entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Ansprechpartner und Buchung

Inhaltliche Ansprechpartnerin ist Frau Carmen Teixeira von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Die Buchung der Seminare erfolgt über Herrn Michael Kleinschmidt vom Institut für Kino und Film. Die Kontaktdaten finden Sie in der Marginalspalte.

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