Kooperations- und Exportförderkriterien

Bild des Benutzers Flowconcept
Gespeichert von Flowconcept am 19. Januar 2015 - 17:31
Chinesische Kaligraphie

Internationale Kooperations- und Exportförderkriterien

Landesregierung fördert internationalen Kulturaustausch und profiliert NRW als Kulturland

Künstlerinnen und Künstler spielen eine bedeutende Rolle als Kulturbotschafterinnen und -botschafter ihres Landes. Nordrhein-Westfalen fördert sowohl die Entsendung eigener Kulturrepräsentantinnen und -repräsentanten als auch ausländische kunst- und kulturschaffende Gäste.

1 Bewertung
 

Im Folgenden finden Sie seit dem 1. Januar 2013 geltenden Fördergrundsätze für die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen der internationalen Kulturpolitik durch das Land Nordrhein-Westfalen.

I. Kooperationsförderung

1. Bezeichnung des Förderprogramms

Kooperationsförderung im Bereich der internationalen Kulturpolitik

2. Förderzweck und -kriterien

2.1

Das Land kann nach Maßgabe dieser Fördergrundsätze und der Verwaltungsvorschriften (VV/VVG) zu § 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) Zuwendungen für Maßnahmen gewähren, die nachhaltig angelegt sind und eine grenzüberschreitende, prozessorientierte Zusammenarbeit zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Kompanien und Kultureinrichtungen in Nordrhein-Westfalen mit internationalen, insbesondere europäischen Partnerinnen und Partnern fördern. Die Projektpartnerinnen und -partner sollen bereits relevante internationale Projekterfahrung vorweisen können. Neue Initiativen werden vorrangig unterstützt. Projekte, die nicht die Kooperation im Bereich Kunst und Kultur in den Mittelpunkt stellen, sind von einer Förderung ausgeschlossen (zum Beispiel Erinnerungskultur, Jugendaustausch und Völkerverständigung mit Mitteln der Kunst).

2.2

Insbesondere sind folgende weitere Förderkriterien zu erfüllen:

  • Künstlerische Qualität und Originalität
  • Nachhaltigkeit
  • Gleichberechtigung der Projektpartnerinnen und -partner (Umgang auf Augenhöhe)
  • Gemeinsamkeit und Gegenseitigkeit (Passion und Austausch)

2.3

Vorrang genießen Projekte, die zumindest eines der nachstehenden Kriterien erfüllen:

  • interkultureller und/oder interdisziplinärer Ansatz,
  • Entstehung aus dem internationalen Besuchsprogramm des NRW KULTURsekretariates Wuppertal,
  • eine Teilnahme an EU-Projekten oder
  • Kooperationen mit den Schwerpunktländern der Kulturpolitik der Landesregierung: Polen, Frankreich und Benelux.

3. Fördergegenstand und -zeitraum

Fördergegenstand sind in der Regel die der inländischen Partnerin oder dem inländischen Partner entstehenden Kosten (siehe auch 5.5).


Gefördert wird bis zu zwei Jahre mit der Option auf eine einjährige Verlängerung. Der Fortschritt der Projekte ist jährlich zu berichten (siehe auch 7).

4. Antragstellerinnen und -steller

Kompanien und Kultureinrichtungen, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Künstlerinnen und Künstler aus Nordrhein-Westfalen, sofern sie bereits relevante internationale Projekterfahrung vorweisen können. Die Antragstellenden müssen einen erkennbaren und nachhaltigen Bezug zu Nordrhein-Westfalen nachweisen (zum Beispiel durch Sitz, Probenphase oder Ähnliches). Die Projekte müssen zumindest eine ausländische Partnerschaft ausweisen (siehe auch 5.5). Die Anträge sollen die Gleichberechtigung der Projektpartnerinnen und -partner widerspiegeln.

5. Antragsverfahren

5.1

Anträge sind nur einzureichen, wenn der Landeszuschuss pro Jahr voraussichtlich mindestens 2.000 Euro, bei kommunalen Antragstellenden mindestens 12.500 Euro beträgt.

5.2

Die Anträge sind bei den Bezirksregierungen einzureichen. Zuständig ist die Bezirksregierung, in deren Bezirk die Antragstellerin/der Antragsteller ihren/seinen Wohn- oder Geschäftssitz hat. Die Anschriften der nordrhein-westfälischen Bezirksregierungen lauten wie folgt:

  • Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 48, Postfach, 59817 Arnsberg
  • Bezirksregierung Detmold, Dezernat 48, Leopoldstr. 15, 32756 Detmold
  • Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 48, Postfach 30 08 65, 40408 Düsseldorf
  • Bezirksregierung Köln, Dezernat 48, 50606 Köln
  • Bezirksregierung Münster, Dezernat 48, 48128 Münster

5.3

Für die Antragstellung ist die Verwendung des auf den Internetseiten der Bezirksregierungen eingestellten Antragsformulars obligatorisch. Anträge sind schriftlich und in doppelter Ausfertigung einzureichen. Zur Fristwahrung können Anträge vorab per Fax oder E-Mail übersandt werden.

5.4

Anträge sind für das laufende Jahr jeweils bis zum 31. März, für das Folgejahr bis zum 31. Oktober einzureichen. Anträge für das Folgejahr können auch bereits zum 31. März des laufenden Jahres eingereicht werden.

5.5

Den Anträgen sind detaillierte Projektbeschreibungen (Projektinhalt, Planung, künstlerischer Werdegang, Informationen zu Partnerinnen und Partnern) und ausgewählte Arbeitsproben beizufügen. Kooperationsprojekte sollen angemessene Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigen.

 

Bei den Kosten- und Finanzierungsplänen ist Folgendes zu beachten:

  • Eine finanzielle Beteiligung der ausländischen Partnerinnen bzw. Partner von mindestens 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten ist erforderlich. Diese wird im Antragsverfahren beispielsweise durch Letters of Intent oder andere Absichtserklärungen der Partnerinnen oder Partner nachgewiesen. Mittel des Goethe-Instituts werden dem ausländischen Anteil zugerechnet.
  • Der Eigenanteil der Antragstellenden beträgt bei kommunalen Projekten mindestens 20 Prozent der dem inländischen Beteiligten entstehenden zuwendungsfähigen Kosten, bei anderen Projekten 10 Prozent.
  • Eine Kofinanzierung mit anderen – auch öffentlichen – Förderungen ist zulässig, wenn sie im Antrag genannt wird.

5.6

Es wird dringend empfohlen, sich für eine Beratung frühzeitig mit der zuständigen Bezirksregierung in Verbindung zu setzen. Eine Beratung nur wenige Tage vor der Abgabefrist ist regelmäßig nicht im gewünschten Umfang zu leisten.

6. Auswahlverfahren

Nach der fristgemäßen Abgabe der Anträge werden diese von der zuständigen Bezirksregierung zuwendungsrechtlich geprüft. Die Qualität der Projekte beurteilt eine Jury im Hinblick auf die Ziele des Förderprogramms. Ihr gehören beratend das Ministerium mit dem Referat für Internationale Kulturpolitik und jeweils beteiligte Fachreferate an. Mindestens zwei weitere Jurymitglieder mit Fachkompetenz und internationaler Erfahrung werden zu den Auswahlrunden jeweils aus einem Jurypool berufen. Bei der Auswahl der Jurymitglieder wird auf eine paritätische Besetzung im Sinne des Genderansatzes im Kunst- und Kulturbereich geachtet. Jurymitglieder können für je höchstens drei Jahre in den Jurypool berufen werden und müssen dann für mindestens zwei Jahre pausieren.

7. Weiteres Verfahren

Mit dem Verwendungsnachweis sind den Bewilligungsbehörden Sachberichte vorzulegen. Bei mehrjährigen Maßnahmen ist jeweils zum 31. Oktober ein kurzer Zwischenbericht über die Projektumsetzung vorzulegen.

Anmerkungen

Die Einladung von internationalen Künstlerinnen und Künstlern und Kompanien nach Nordrhein-Westfalen kann derzeit nur als Bestandteil einer Kooperationsförderung unterstützt werden. Es können also im Rahmen dieser Förderung keine Anträge für Gastspiele aus dem Ausland gestellt werden.


Längere Aufenthalte im Ausland (Recherchen, Residenzen, Workshops und Ähnliches.) fördert das Land mit Auslandsstipendien (Frist: 30. April, für die Villa Massimo, die Casa Baldi, die Cité Internationale des Arts am 15. Januar).


Ferner bieten die Kunststiftung NRW (Fristen am 30. Juni und 30. November jeweils für das Folgejahr) und das Besuchsprogramm beim NRW KULTURsekretariat Wuppertal weitere Möglichkeiten, eine Landesförderung im internationalen Kulturaustausch zu erhalten.


Bei allen Fördermodellen muss die Sichtbarkeit der Landesunterstützung sichergestellt sein.

(Stand: November 2012)

II. Exportförderung

1. Bezeichnung des Förderprogramms

Exportförderung im Bereich der internationalen Kulturpolitik

2. Förderzweck und -kriterien

2.1

Das Land kann nach Maßgabe dieser Fördergrundsätze und der Verwaltungsvorschriften (VV/VVG) zu § 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) Zuwendungen für Maßnahmen gewähren, die durch Projekte aus Nordrhein-Westfalen im Ausland die eigene Entwicklung der Künstlerinnen und Künstler und das Bild des Kulturlandes NRW stärken. Mit dem Exportprogramm werden daher Auftritte (Gastspiele, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen etc.) einzelner Künstlerinnen und Künstler, Kompanien und Gruppen im Ausland mit zum Beispiel Zuschüssen zu Reise- und Transportkosten, Honoraren, Übernachtungskosten, Katalogkosten oder Produktionskosten gefördert. Tourneen mit mehreren Stationen sind hierbei nicht ausgeschlossen.


Neue Initiativen werden vorrangig unterstützt. Projekte, die nicht Kunst- und Kultur in den Mittelpunkt stellen, sind von einer Förderung ausgeschlossen (zum Beispiel Erinnerungskultur, Jugendaustausch und Völkerverständigung mit Mitteln der Kunst).

2.2

Insbesondere wird als Förderkriterium die künstlerische Qualität und Originalität geprüft. Die Projekte müssen nachhaltig angelegt und von Gemeinsamkeit und Gegenseitigkeit (Passion und Austausch) geprägt sein.

2.3

Vorrang genießen Projekte, die zumindest eines der nachstehenden Kriterien erfüllen:

  • Teilnahme an EU-Projekten
  • Projekte mit den Schwerpunktländern der Kulturpolitik der Landesregierung: Polen, Frankreich und Benelux
  • Erreichen einer neuen Öffentlichkeit/Resonanz
  • Stärkung und Erweiterung des künstlerischen Netzwerks
  • Projekt einer Künstlerin, eines Künstlers oder eines Ensembles, das bei anderen Projekten schon im Rahmen von Projektförderung durch das Land unterstützt wurde (Verstärkungseffekt)
  • Interkultureller und/oder interdisziplinärer Ansatz
  • Entstehung aus dem internationalen Besuchsprogramm des NRW KULTURsekretariates Wuppertal

3. Fördergegenstand und -zeitraum

Fördergegenstand sind in der Regel die der inländischen Partnerin oder dem inländischen Partner entstehenden Kosten (siehe auch 5.5).


Der Förderzeitraum liegt in der Regel innerhalb eines Kalenderjahres, kann aber auch jahresübergreifend sein. Über den Fortschritt der Projekte ist dann jährlich zu berichten (siehe auch 7).

4. Antragstellende und Antragsteller

Anträge stellen können Künstlerinnen und Künstler, Kompanien und Kultureinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen. Die Antragstellenden müssen einen erkennbaren und nachhaltigen Bezug zu Nordrhein-Westfalen nachweisen (zum Beispiel durch Sitz, Probenphase oder Ähnliches). Die Projekte sollen zumindest eine ausländische Partnerschaft ausweisen (siehe auch 5.5).

5. Antragsverfahren

5.1

Anträge sind nur einzureichen, wenn der Landeszuschuss pro Jahr voraussichtlich mindestens 500 Euro beträgt. Anträge mit einer beantragten Landesfördersumme über 10.000 Euro sollen nicht gestellt werden.

5.2

Die Anträge sind bei den Bezirksregierungen einzureichen. Zuständig ist die Bezirksregierung, in deren Bezirk die Antragstellerin/der Antragsteller ihren/seinen Wohn- oder Geschäftssitz hat. Die Anschriften der nordrhein-westfälischen Bezirksregierungen lauten wie folgt:

  • Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 48, Postfach, 59817 Arnsberg
  • Bezirksregierung Detmold, Dezernat 48, Leopoldstr. 15, 32756 Detmold
  • Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 48, Postfach 30 08 65, 40408 Düsseldorf
  • Bezirksregierung Köln, Dezernat 48, 50606 Köln
  • Bezirksregierung Münster, Dezernat 48, 48128 Münster

5.3

Für die Antragstellung ist die Verwendung des auf den Internetseiten der Bezirksregierungen eingestellten Antragsformulars obligatorisch. Anträge sind schriftlich und in doppelter Ausfertigung einzureichen. Zur Fristwahrung können Anträge vorab per Fax oder E-Mail übersandt werden.

5.4

Anträge sind für das laufende Jahr jeweils bis zum 31. März, für das Folgejahr bis zum 31. Oktober einzureichen. Anträge für das Folgejahr können auch bereits zum 31. März des laufenden Jahres eingereicht werden.

5.5

Den Anträgen sind detaillierte Projektbeschreibungen und ausgewählte Arbeitsproben beizufügen.


Bei den Kosten- und Finanzierungsplänen ist Folgendes zu beachten:

  • Eine finanzielle Beteiligung der ausländischen Partnerinnen bzw. Partner von mindestens 20 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten ist erforderlich. Diese wird im Antragsverfahren beispielsweise durch Letters of Intent oder andere Absichtserklärungen der Partnerinnen oder Partner nachgewiesen. Mittel des Goethe-Instituts werden dem ausländischen Anteil zugerechnet.
  • Der Eigenanteil der Antragstellenden beträgt mindestens 10 Prozent der dem inländischen Partnerin oder Partner entstehenden zuwendungsfähigen Kosten.
  • Eine Kofinanzierung mit anderen – auch öffentlichen – Förderungen ist zulässig, wenn sie im Antrag genannt wird.

5.6

Es wird dringend empfohlen, sich für eine Beratung frühzeitig mit der zuständigen Bezirksregierung in Verbindung zu setzen. Eine Beratung nur wenige Tage vor der Abgabefrist ist regelmäßig nicht im gewünschten Umfang zu leisten.

6. Auswahlverfahren

Nach der fristgemäßen Abgabe der Anträge werden diese von der Bezirksregierung zuwendungsrechtlich geprüft. Dann wird dort endgültig über die zu fördernden Projekte entschieden.

7. Weiteres Verfahren

Mit dem Verwendungsnachweis sind den Bewilligungsbehörden Sachberichte vorzulegen. Bei überjährigen Maßnahmen ist jeweils zum 31. Oktober ein kurzer Zwischenbericht über die Projektumsetzung vorzulegen.

Anmerkungen

Die Einladung von internationalen Künstlerinnen und Künstlern und Kompanien nach Nordrhein-Westfalen kann nur als Bestandteil einer Kooperationsförderung unterstützt werden. Es können also im Rahmen dieser Förderung keine Anträge für Gastspiele aus dem Ausland gestellt werden.


Längere Aufenthalte im Ausland (Recherchen, Residenzen, Workshops und Ähnliches) fördert das Land mit Auslandsstipendien (Frist: 30. April, für die Villa Massimo, die Casa Baldi, die Cité Internationale des Arts am 15. Januar).


Ferner bieten die Kunststiftung NRW (Fristen am 30. Juni und 30. November jeweils für das Folgejahr) und das Besuchsprogramm beim NRW KULTURsekretariat Wuppertal weitere Möglichkeiten, eine Landesförderung im internationalen Kulturaustausch zu erhalten.


Die Absenkung der von 1.1 VV zu § 44 LHO vorgesehenen Untergrenze von 2.000 Euro auf hier 500 Euro ist gerechtfertigt, da ansonsten das Förderziel, unter anderem eine Förderung von Reisekosten, nicht erreicht werden kann.


Bei allen Fördermodellen muss die Sichtbarkeit der Landesunterstützung sichergestellt sein.

(Stand: November 2012)

Themen

Kultur