Internationaler Kindertag 2016: "Chancen für Kinder!"

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1. Juni 2016

Internationaler Kindertag 2016: "Chancen für Kinder!"

Der 1. Juni ist der Internationale Kindertag. Die Landesregierung setzt sich ganz besonders für die Stärkung der Kinderrechte im Nordrhein-Westfalen ein. Zentrales Thema ist dabei die Bildung. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildungschancen – ganz gleich aus welchem Elternhaus oder Land es kommt. Denn Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft unserer Gesellschaft.

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Der 1. Juni ist der Internationale Kindertag. Die Landesregierung setzt sich ganz besonders für die Stärkung der Kinderrechte im Nordrhein-Westfalen ein. Zentrales Thema ist dabei die Bildung. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildungschancen – ganz gleich aus welchem Elternhaus oder Land es kommt. Denn Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft unserer Gesellschaft.

In der frühen Kindheit werden die Grundlagen für die weitere Entwicklung von Kindern gelegt. Die Gesundheits- und Bildungschancen von Kindern verbessern sich, wenn Kinder in einem gesunden Umfeld aufwachsen und ihr soziales, physisches und psychisches Wohlbefinden gestärkt wird. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Maßnahmen, mit denen Kinder und ihre Familien an niederschwellige Angebote und perspektivisch an institutionalisierte Kindertagesbetreuung – und damit an die erste Stufe des Bildungssystems außerhalb der Familie – herangeführt werden.

"Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor"

Im Rahmen des Landesmodellvorhabens "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" wurde seit 2012 in 18 ausgewählten Städten und Kreisen am Aufbau vom kommunalen Präventionsketten gearbeitet. Das Ziel: Alle Kinder und Jugendlichen sollen die gleichen Chancen auf gelingendes Aufwachsen, gute Bildung und gesellschaftlichen Teilhabe bekommen. Um das zu erreichen, wurden vor Ort kommunale Präventionsketten auf- und ausgebaut. Dazu wurden vorhandene Kräfte und Angebote in den Städten und Gemeinden gebündelt und im Bereich Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Soziales miteinander verknüpft. Dadurch konnten Kinder und ihre Familien unterstützt werden – lückenlos von der Schwangerschaft bis zum Eintritt ins Berufsleben.

Revision des Kinderbildungsgesetzes

Am 1. August 2014 trat das "Gesetz zur Änderung des Kinderbildungsgesetzes und weiterer Gesetze" (KiBiz) in Kraft. Die zweite Stufe der Revision des Kinderbildungsgesetzes zielt vor allem ab auf mehr Bildungschancen und mehr Bildungsgerechtigkeit. Schwerpunkte der Revision sind im Einzelnen:

Stärkung der Bildungschancen

Das Prinzip „Ungleiches ungleich behandeln“ spielt in der frühen Bildung eine besondere Bedeutung. Gerade den Kindertageseinrichtungen kommt beim Ausgleich von Benachteiligungen eine wichtige Rolle zu. Deshalb erhalten Kindertageseinrichtungen, die in ihrem Umfeld einen hohen Anteil bildungsbenachteiligter Familien mit Kindern haben, zusätzliche finanzielle Förderung für mehr Personal. Seit dem Kindergartenjahr 2014/2015 stellt das Land jährlich landesweit 45 Millionen Euro zur Verfügung, um Kindertageseinrichtungen, die von einer hohen Zahl an Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf des Bildungsprozesses besucht werden (plusKITAs), die Einstellung zusätzlichen pädagogischen Personals zu ermöglichen.

Stärkung der sprachlichen Bildung

Mit dem Bildungsauftrag wird die Sprachbildung und individuelle Sprachförderung von Beginn an gestärkt. Seit dem 1. August 2014 erfolgt die Sprachförderung landesweit alltagsintegriert und kontinuierlich von Beginn an. Die Neuausrichtung umfasst eine entwicklungsbegleitende Beobachtung und Erfassung der Sprachentwicklung. Kindertageseinrichtungen, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf in ihrer Sprachentwicklung betreuen, erhalten zusätzliche Mittel von mindestens 5.000 Euro jährlich, mit denen Personal zur Sprachförderung finanziert werden kann.

Stärkung und Neuausrichtung der Familienzentren

Die Familienzentren nehmen bei der Prävention eine Schlüsselstellung ein. Wegen ihres niedrigschwelligen Zugangs sind sie besonders geeignet, möglichst viele Eltern und ihre Kinder, aber auch die Bevölkerung im Wohnviertel insgesamt mit unterstützenden Angeboten zu erreichen. Gerade im frühen Kindesalter können dadurch prekäre Entwicklungsverläufe und Erziehungssituationen rechtzeitig erkannt werden. Dadurch ist es möglich, pädagogische Maßnahmen wirksam zu initiieren.
 
Bereits mit dem ersten KiBiz-Änderungsgesetz im Jahr 2011 wurden alle Familienzentren gestärkt – insbesondere aber Einrichtungen in benachteiligten Quartieren. Auch hier wird die Orientierung am Sozialraum praxiswirksam umgesetzt. Diese Familienzentren erhalten jährlich 2.000 Euro zusätzlich, insgesamt 14.000 Euro. Für alle Familienzentren wurde die Förderung von bisher 12.000 Euro auf 13.000 Euro jährlich erhöht. Zudem werden alle Familienzentren seit dem 1. August 2011 gesetzlich gefördert. Dies schafft für die Träger und Einrichtungen eine größere Planungssicherheit.
 
Die Landesregierung hat darüber hinaus die Einrichtung der Familienzentren sozialräumlich fokussiert. Vor allem Familien aus benachteiligten Milieus, die ein höheres Bildungs- und Armutsrisiko tragen, sollen mehr Unterstützung erhalten mit dem Ziel, mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit zu ermöglichen. Die Verteilung der Familienzentren wird deshalb an einem Sozialindex ausgerichtet. In Nordrhein-Westfalen gibt es im Kindergartenjahr 2015/2016 fast 3.300 Kindertageseinrichtungen, die als Familienzentrum arbeiten. Im Kindergartenjahr 2016/2017 sind weitere 100 neue Familienzentren in benachteiligten Gebieten geplant. Die Familienzentren sind flächendeckend in allen Jugendämtern in Nordrhein-Westfalen eingerichtet.

Betreuungsangebote für Flüchtlingskinder

Die Landesregierung stellt in diesem Jahr zusätzliche Mittel in Höhe von 20 Miliionen Euro für die Förderung besonderer Betreuungsangebote für Flüchtlingskinder bereit. Über die Regelangebote des KiBiz hinaus werden mit diesen Mitteln vorrangig niedrigschwellige Angebote gefördert, die Kinder aus Flüchtlingsfamilien und ihre Eltern an außerfamiliäre, institutionalisierte Bildungs- und Betreuungsangebote heranführen. Darüber hinaus werden fachliche Beratungsangebote zur Unterstützung des Betreuungspersonals in den Kindertageseinrichtungen eine Beratung im Umgang mit traumatisierten Kindern oder auch der Dialog mit Eltern unter Einbeziehung der Familienbildung und -beratung.

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