"Kein Kind zurücklassen!" wirkt und lohnt sich

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2. Juni 2016

"Kein Kind zurücklassen!" wirkt und lohnt sich

Die Modellphase von "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" ist zu Ende. In Düsseldorf zogen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, am 2. Juni eine positive Bilanz: "‘Kein Kind zurücklassen!‘ ist ein Erfolg und wir wollen die vorbeugende Politik in Nordrhein-Westfalen fortsetzen – weil sie gut für die Kinder und die Zukunft des Landes ist", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

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Die Modellphase von  "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" ist zu Ende. In Düsseldorf zogen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, am 2. Juni eine positive Bilanz: "‘Kein Kind zurücklassen!‘ ist ein Erfolg und wir wollen die vorbeugende Politik in Nordrhein-Westfalen fortsetzen – weil sie gut für die Kinder und die Zukunft des Landes ist", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Seit 2012 arbeiteten 18 Modellkommunen aus ganz Nordrhein-Westfalen am Aufbau kommunaler Präventionsketten und der Umsetzung weiterer jeweils selbst gesteckter Ziele, die zu Beginn des Modellvorhabens festgelegt worden waren. 80% dieser Ziele  wurden ganz oder teilweise erreicht. Die Auswertung der wissenschaftlichen Begleitforschung der Bertelsmann Stiftung in den 18 beteiligten Städten und Kreisen belegt: Vorbeugung funktioniert, wirkt und lohnt sich.

Gemeinsames Ziel des Landesmodellvorhabens ist, dass alle Kinder und Jugendliche die gleichen Chancen auf gelingendes Aufwachsen, gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe bekommen. Dazu wurden vorhandene Kräfte und Angebote in den Städten und Kreisen erfasst, gebündelt und vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Soziales miteinander vernetzt. Kinder und ihre Familien können dadurch heute besser und frühzeitiger unterstützt werden – lückenlos von der Schwangerschaft bis zum Übergang zur Schule – Beruf.

Hierzu erklärte der Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann: "In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, unsere Angebote im Bereich frühkindlicher Bildung zu strukturieren und zu schauen, welche Angebote gut sind – und welche vielleicht nur gut gemeint sind. Das sind mitunter Entscheidungen, die nicht populär, aber trotzdem unverzichtbar sind. Denn es geht keineswegs darum, Kosten zu sparen, sondern vielmehr darum, vorhandene Gelder sinnvoll umzuverteilen und in Präventionsangebote zu investieren."

Die Spitzen aller Modellkommunen hatten bereits im Herbst 2015 in einem Gespräch mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Familienministerin Christina Kampmann und Dr. Brigitte Mohn, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann Stiftung, die Richtigkeit des vorbeugenden Politikansatzes bestätigt und über große Fortschritte in ihren Städten und Kreisen berichtet. Alle wollen diesen Weg fortsetzen.

Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren sagte in Düsseldorf: "Ich gebe zu, erst war ich skeptisch, was das Projekt betrifft, heute bin ich begeistert. Vorbeugung ist ein vorbildlicher Politikansatz."

Von diesen Erfahrungen sollen nun alle Kommunen in NRW profitieren. "Die Landesregierung wird 'Kein Kind zurücklassen' auf weitere Kommunen in NRW ausweiten. Wir wollen, dass mehr Kinder und Jugendliche bessere Chancen haben. Das ist gut für die Kinder und den Familien, bekämpft den Fachkräftemangel, stärkt damit den Wirtschaftsstandort und reduziert soziale Reparaturkosten", erklärte Ministerpräsidentin Kraft.

Das Landesmodellvorhaben "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" wird flankiert durch einen massiven Ausbau der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen, die Finanzierung einer besseren Personalausstattung von Kitas durch das Land – besonders in benachteiligten Quartieren – und die Stärkung der Familienhilfe durch zusätzliche Familienzentren.

Die Ministerpräsidentin dankte den teilnehmenden Kommunen. „Sie haben hoch motiviert und engagiert eine vorbeugende Politik zum Wohl der Kinder umgesetzt. Das setzt Zeichen und ist Vorbild. So hat das Bundesland Vorarlberg in Österreich unser Modellvorhaben 'Kein Kind zurücklassen!' jetzt ebenfalls gestartet.“

Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung

Sechs Forschungseinrichtungen mit insgesamt 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben an der Begleitforschung mitgewirkt. Entstanden sind 25 wissenschaftliche Fachberichte, die in einem Endbericht zusammengefasst sind.
 
Dr. Brigitte Mohn stellte die zentralen Ergebnisse vor: "Prävention ist kommunale Praxis und ein zentrales Thema der Kommunalpolitik und -verwaltung - besonders in den Modellkommunen, aber auch in den Kommunen in NRW insgesamt. 75,2 Prozent der von uns befragten Dezernenten gaben an, dass das Thema 'Prävention' einen hohen oder sehr hohen Stellenwert in ihrer Kommune oder ihrem Kreis genießt. Dieser Wert lag vor fünf Jahren – vor dem Start des Programms – nur bei 38,6 Prozent."
 
Kommunen, in denen ein höherer Anteil sozial besonders gefährdeter Familien lebt, investierten mehr in Prävention als andere Kommunen. Dieses Umdenken sei ein durchaus wichtiger Erfolg.
 
Weitere wichtige Erfolgsfaktoren sind die Rückendeckung von Rat und Verwaltungsspitze und der Ausbau funktionierender Netzwerke von Verwaltung und freien Trägern. Die Ergebnisse zeigen, dass über 70 Prozent der befragten verwaltungsinternen und externen Mitarbeiter sehen in der "Unterstützung durch die Verwaltungsspitze" die hilfreichste Bedingung für die Etablierung einer lokalen Präventionspolitik. Eine "funktionierende Netzwerkkoordination" wird von 63 Prozent als zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert. Eine "gute kommunale Finanzlage" halten dagegen nur 25 Prozent der Befragten für entscheidend. Dennoch sind die Rahmenbedingungen kommunalen Engagements schwierig.
 
Kinderarmut ist und bleibt ein großes Entwicklungsrisiko. Immer größere Anteile der immer weniger werdenden Kinder in NRW wachsen in materieller Armut auf. In NRW bezogen im Jahr 2014 18,9 Prozent der Kinder unter 15 Jahren Sozialgeld nach SGB II. In einzelnen Städten im Ruhrgebiet waren zwischen 30 und 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen.
 
Eine Analyse von rund 5.000 Schuleingangsuntersuchungen im Ruhrgebiet hat gezeigt: Armutsgefährdete Kinder sind schon beim Schuleintritt nicht nur finanziell benachteiligt. Während 43,2 Prozent der armutsgefährdeten Kinder mangelhaft Deutsch sprechen, wurde dies nur 14,3 Prozent der nicht-armutsgefährdeten Kinder attestiert. "Kinder armer Familien und deren Eltern brauchen daher eine besondere Förderung. Nur so können wir Armutsvererbung reduzieren", erklärte Dr. Brigitte Mohn. In ihrer Elternkompetenz gesicherte und gestärkte Eltern seien einer der wichtigsten Faktoren für das gelingende Aufwachsen von Kindern. Unsere Familienbefragung zeige, dass hier noch viel zu tun bleibe.
 
Die Chancen der Kinder hängen auch immer noch mit dem Wohnort zusammen, in dem die Kinder aufwachsen. Benachteiligte Kinder bleiben häufig unter sich. Die soziale Trennung beginnt dabei früh. So variiert die Sozialgeldquote der unter 15-Jährigen nicht nur zwischen verschiedenen Städten, sondern auch zwischen verschiedenen Stadtquartieren innerhalb einer Stadt. In den Modellkommunen gibt es innerhalb einzelner Städte Unterschiede von 1 Prozent Sozialgeldquote in den guten bis zu mehr als 50 Prozent in sozial benachteiligten Quartieren. Dr. Brigitte Mohn: "Das ist ein typisches Phänomen für Großstädte nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Daher müssen wir uns hüten, Präventionserfolge von Düsseldorf mit denen von Duisburg zu vergleichen oder auch nur Erfolge in Düsseldorf Hafen mit denen in Oberbilk. Derartige Rankings oder Vergleiche greifen viel zu kurz."
 
Nochmal verstärkt wird die soziale Spaltung durch die Bildungseinrichtungen: Eine beispielhafte Untersuchung in Mülheim legt eine Streuung von Kinderarmutsquoten in den Kitas zwischen von 0 Prozent und 72 Prozent offen. Ähnlich sieht es in den Grundschulen aus. Nur durch eine gezielte Förderung sozial benachteiligter Quartiere und Bildungseinrichtungen kann der negative Einfluss auf die Entwicklung der Kinder kompensiert werden. Ein sozialräumliches Monitoring kann die dafür notwendige Transparenz und Steuerungsinformationen liefern. "Es ist falsch, knappe Mittel mit der Gießkanne zu verteilen", erklärte Dr. Brigitte Mohn. Für ein aussagekräftiges sozialräumliches Monitoring fehle es allerdings an Daten aus dem Gesundheits- und Schulbereich. Diese sollten den Kommunen zur Verfügung gestellt werden.
 
Kommunale Prävention wirkt. Kommunen haben zwar nur einen begrenzten Einfluss auf gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise Kinderarmut. Aber sie haben großen Einfluss auf die Entwicklungschancen der Kinder. Frühe Förderung der Kinder, sozial gemischte Kita-Gruppen, Familienorientierung der Kitas, besondere Förderung der Bildungseinrichtungen, Sport im Verein und andere Formen gesellschaftlicher Partizipation außerhalb des Bildungssystems können Entwicklungsbeeinträchtigungen von Kindern ausgleichen.
 
Analysen am Beispiel Mühlheim an der Ruhr zeigen, dass allein durch den frühen Besuch einer Kita, die als Familienzentrum oder soziale Brennpunkt-Kita finanziell besonders gefördert wird, und eines Sportvereins das Risiko mangelnder Sprachentwicklung bei armen Kindern ohne Migrationshintergrund von 38 Prozent auf unter 8 Prozent gesenkt werden kann.
 
Eine wichtige Rolle spielt in der Präventionspolitik das Gesundheitssystem. Dort ist es aber bislang eher randständig. So bewerten die Dezernentinnen und Dezernenten in NRW ihre Präventionsangebote im Bereich Kinder- und Jugendhilfe zu 88,8 Prozent als gut ausgebaut, aber nur 42,9 Prozent sagen das über die Angebote im Gesundheitsbereich.
 
Eine stärkere Integration des Gesundheitsbereichs in die lokalen Präventionsketten bieten Möglichkeiten, den Zugang vor allem zu Kindern und Familien in Risikolagen – Familien mit niedrigem Bildungsstand, niedrigem Einkommen, Alleinerziehende, Eltern mit Migrationshintergrund – zu verbessern. Familienhebammen und Kinderärzten, aber auch Logo- und Ergotherapeuten, Zahnärzten, Apothekern und Beratungsstellen kommt daher eine Schlüsselrolle in der Präventionspolitik zu.
 
Innerhalb der vierjährigen Projektlaufzeit konnte nicht nachgewiesen werden, dass durch Prävention soziale Kosten eingespart wurden. "In der kurzen Frist Kosten einzusparen, war nicht das Ziel des Projektes", so Dr. Brigitte Mohn. "Prävention ist kein Sparprogramm. Es wäre auch keine realistische Erwartung. Wenn wir heute in frühkindliche Bildung investieren, werden wir in 20 Jahren wissen, ob diese Maßnahme nachhaltig erfolgreich war."
 
Die Begleitforschung konnte aber nachweisen, dass Prävention den betroffenen Kindern hilft und analysieren, wo und wie Prävention am meisten wirkt.
 
Langfristig werde sich das wahrscheinlich auch bei Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen budgetär niederschlagen, sagte Dr. Brigitte Mohn. "Wir haben ein Beobachtungssystem entwickelt, das langfristige Entwicklungen in den Kommunen messbar macht, mehr ist in vier Jahren Projektlaufzeit nicht realisierbar. Prävention braucht einen langen Atem!" Aus diesem Grund sei es dringend erforderlich, dass die Kommunen ein sozialräumliches Monitoring nachhaltig einsetzten. Denn nur so könnten sie die Wirkungen ihrer Präventionsangebote auf lange Sicht überprüfen.
 
In der nächsten Phase will die Bertelsmann Stiftung zwei neue Schwerpunkte, Steuerung und Qualitätssicherung in den Erziehungshilfen, bearbeiten. Sie glaubt, dass durch eine bessere Steuerung in diesem Bereich nicht nur Kosten reduziert werden können, sondern insbesondere auch den betroffenen Kindern besser geholfen werden kann. Die Bertelsmann Stiftung möchte auch über NRW hinausschauen und sehen, was die Bundesländer voneinander lernen können.

Erkenntnisse aus dem kommunalen Lernnetzwerk

Alle teilnehmenden Kommunen haben sich in einem vom Institut für soziale Arbeit (Münster) organisierten Lernnetzwerk zusammengeschlossen. Dadurch wurde ein interkommunaler fachlicher Austausch ermöglicht, von dem die Kommunen nach eigener Aussage enorm profitiert haben. Daneben widmeten sich Arbeitsgruppen fachlichen Schwerpunktthemen wie, "Sozialraumanagement", "Einbindung der Zivilgesellschaft" und "Übergangsmanagement". Gemeinsam wurden unter anderem Konzepte für institutionelle Übergänge beraten, entwickelt und umgesetzt.

Aus dem Erfahrungsaustausch der Praktiker im Lernnetzwerk kristallisierten sich notwendige Rahmenbedingungen für erfolgreiche kommunale Präventionsarbeit heraus, die durch die aktuellen Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation bestätigt werden konnten: 

  1. Prävention als strategische Entscheidung, die von der kommunalen Spitze ausgeht: Die Lebensverhältnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien müssen im Rahmen kommunaler Daseinsvorsorge ganzheitlich – das heißt ämter-, dezernats- und trägerübergreifend – in den Blick genommen werden. Ohne die aktive und nachhaltige Rückendeckung durch die kommunale Spitze lässt sich das nicht erreichen.
  2. "Regeleinrichtungen" sind der beste Zugang: Kitas und Schulen, aber auch  Geburtskliniken oder die Kinderärztinnen und –ärzte, sind Orte, an denen möglichst alle Kinder, Jugendliche und ihre Eltern erreicht werden können. Wichtig ist, dass Familien hier  Beratung und Informationen über mögliche Unterstützungsangebote erhalten.
  3. Beteiligung ist entscheidend für gute Prävention: Kinder und Eltern wissen selbst am besten, welche Unterstützung sie brauchen. Damit Unterstützungsangebote wirklich passgenau sind, müssen sie daher beteiligt werden. Ein wertschätzender Umgang miteinander ist Grundvoraussetzung für gelingende Beteiligung.
  4. "Vom Kind aus denken" und das Handeln danach ausrichten: Es muss in der Präventionspolitik mehr in Verantwortlichkeiten, als in Zuständigkeiten gedacht und gearbeitet werden. Wer Eltern hin und her schickt, damit sie Unterstützung erhalten, riskiert, dass notwendige Hilfe nicht ankommt. Ein kommunales Präventionsleitbild, das gemeinsam erarbeitet wird, bietet die Chance dafür, dass ein Umdenken von einer Institutions- und Verbandslogik zur Kinder- und Familienperspektive gelingt.
  5. Wirkungen nachweisen:  Handelnde Akteure müssen genau wissen, welche präventiven Angebote in welchem Maße wirksam sind. Um Wirkungen nachzuweisen, müssen dauerhaft Daten erhoben werden – bis hin zu kleinräumigen Sozialdaten: Sie bilden die Grundlage für eine integrierte örtliche Fachplanung. Hier ist vieles vorhanden, aber noch nicht überall. Wichtig ist dabei auch die Zusammenführung und Auswertung unter Einbeziehung des Wissens der sozialpädagogischen Fachkräfte.
  6. An einem Strang ziehen: Vorbeugung vor Ort gelingt nur, wenn eine umfassende Beteiligung aller Akteure sichergestellt ist. Vernetzung ist dann optimal, wenn alle Beteiligten sie mittragen und eine gemeinsame Ausrichtung haben. Dies gilt auch für eine auf Dauer angelegte gemeinsame Strategie von Bund, Land und Kommunen, in die auch die Zivilgesellschaft eingebunden werden muss.
  7. Ungleiches ungleich behandeln: Öffentliche Fördermittel müssen differenziert eingesetzt werden, um Quartiere, Einrichtungen und Familien mit besonderen Unterstützungsbedarfen gezielt zu erreichen und so auch die größte Wirkung zu erzielen.
Gute Gründe für eine landesweite Verbreitung

Alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen erhalten über Fachveranstaltungen und Publikationen die gewonnenen Erkenntnisse aus "Kein Kind zurücklassen!" zur Verfügung gestellt. Es gibt gute Gründe, das bereits bestehende Lernnetzwerk um weitere Kommunen zu erweitern:

  1. Der vorbeugende Ansatz hat seinen Praxistest bestanden: Die Abschlussberichte der Landeskoordinierungsstelle und der Bertelsmann Stiftung zeigen, dass sich vieles zum Besseren verändert, wenn vom Kind aus gedacht und gehandelt wird.
  2. Es ist bekannt, wie Prävention geht: Das Modellvorhaben war ertragreich .Die Abschlussberichte der Landeskoordinierungsstelle und der Bertelsmann Stiftung sind gute Handbücher, die andere Kommunen für ihre Präventionspolitik nutzen können. In den Publikationen wird deutlich, was Kommunen machen müssen, um eine erfolgreiche Präventionspolitik umzusetzen und welche Qualitätsstandards eine kommunale Präventionskette erfüllen muss.
  3. Kein Kind zurückzulassen ist Konsens: Über Prävention besteht ein gesamtgesellschaftlicher Konsens. Das Interesse an „Kein Kind zurücklassen!“ geht weit über die 18 Modellkommunen hinaus. In Fachkreisen erntet der vorbeugende Politikansatz Anerkennung. . Auch international strahl der Präventionsansatz aus: das österreichische Bundesland Vorarlberg wird als erste Region außerhalb Deutschlands den Ansatz von „Kein Kind zurücklassen!“ übernehmen.
  4. Kein Kind zurücklassen ist ein Generationenprojekt: Die Umsteuerung auf Prävention lohnt sich in mehrfacher Hinsicht: Die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen  steigen, wenn frühzeitig in ihre Bildung investiert und Fehlentwicklungen vermieden werden. Außerdem: Es ist wissenschaftlich durch amerikanische Studien längst nachgewiesen, dass Prävention mittel- und langfristig soziale Folgekosten einspart. Dies belegen auch Zahlen aus solchen Modellkommunen, die schon lange vor "Kein Kind zurücklassen!" im Bereich Prävention aktiv geworden sind. Aber: Vorbeugende Politik ist ein Generationenprojekt und braucht einen langen Atem.

Ausführliche Informationen rund um das Landesmodellvorhaben finden Sie hier.

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