Bildungslandschaften

Bild des Benutzers chefredakteur
Gespeichert von chefredakteur am 4. Dezember 2014 - 15:26
Drei Jugendliche sitzen in einem Treppenhaus beieinander und schauen sich gemeinsam Lernstoff an

Kommunale Bildungslandschaften

Vielfältige Angebote für gelingende Bildungswege: Chancen der Bildungslandschaft für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche lernen auf unterschiedlichen Wegen und an verschiedenen Orten. Benötigt werden darum vielfältige, ihren Interessen und Bedürfnissen entsprechende Bildungsangebote dort, wo sie leben: im Stadtteil, dem Sozialraum, der Kommune. Für den Aufbau von kommunalen Bildungslandschaften hat die Ganztagsschule einiges in Bewegung gesetzt. Anderen Bildungsorten und Lernwelten, wie der Kinder- und Jugendarbeit, kommt darüber hinaus eine hohe Bedeutung zu.

bislang nicht bewertet
 

Kinder und Jugendliche lernen nicht nur in der Schule – und dort auch nicht nur im Unterricht. Diese Erkenntnis hat sich in der Folge der internationalen Bildungsvergleiche überall durchgesetzt. Damit rücken die Kinder und Jugendlichen selbst in das Zentrum. Denn sie lernen überall dort, wo sie sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen: neben Kita und Schule z.B. auch in Musikschulen, Vereinen und Bibliotheken, genauso wie auf dem Schulhof, in der Kinder- und Jugendarbeit, in öffentlichen Räumen, in der Familie oder ihren Peergroups.

Lernwelten und Bildungsorte neben dem Unterricht und neben der Schule haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. In der öffentlichen Diskussion ist hierfür das Schlagwort "Ganztagsbildung" geprägt worden. Kinder und Jugendliche benötigen vielfältige, ihren Interessen und Bedürfnissen entsprechende Bildungsangebote. Und dies dort, wo sie leben: in ihrem Umfeld, ihrem Sozialraum, ihrer Kommune. Um diese zu gestalten, entstehen vor Ort zunehmend Netzwerke von Akteuren, Angeboten und Einrichtungen. Es entstehen lokale oder kommunale Bildungslandschaften.

Der Ganztag als Kristallisationspunkt der Vernetzung

Die Ganztagsschule kann als Kristallisationspunkt der Entwicklung von Bildungslandschaften verstanden werden. Durch ihre Einführung im Primar- und Sekundarbereich in NRW ist die Kooperation von Schulen mit Bildungspartnern der Kinder- und Jugendarbeit, der Kultur, der Musik, des Sports etc. in den Mittelpunkt gerückt. Seit dem Schuljahr 2003/04 sind beinahe 3.000 Grundschulen zu Offenen Ganztagsschulen geworden. Vier von fünf Trägern der außerunterrichtlichen Angebote in den Grundschulen sind anerkannte Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Mittlerweile besucht auch rund ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich in NRW eine Ganztagsschule.

Im "Ganztag" finden vielfältige Bildungs-, aber auch Förder- oder Freizeitangebote statt. Kinder- und Jugendhilfe, vielfältige öffentliche und freie Bildungsträger und Schulen haben durch den Ganztag begonnen, sich vor Ort langfristig zu vernetzen. Dort, wo die Vernetzung auf Dauer angelegt ist, die Kommune als koordinierende oder gar steuernde Instanz agiert und Angebote in einer abgestimmten Form gemacht werden, ist die Bildungslandschaft bereits auf einem guten Weg.

Das Land unterstützt die qualitative Entwicklung von Ganztagsschulen durch die Einrichtung der Serviceagentur "Ganztägig lernen in NRW" (SAG). Die SAG bietet Information, Beratung, Qualifizierung und Vernetzung. Das ebenfalls von Schul- und Jugendressort der Landesregierung geförderte Projekt "Bildungsberichterstattung Ganztagsschule NRW" (BiGa) begleitet den Auf- und Ausbau der Ganztagsschule wissenschaftlich und stellt in jährlichen Berichten seine Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Bildungslandschaft ist mehr als Kooperation mit Schule

Der Aufbau von Bildungslandschaften ist mit der Kooperation mit Ganztagsschulen nicht abgeschlossen. Denn auch das Stadtviertel oder der Sozialraum, in dem Kinder und Jugendliche leben, spielen als Lernwelten und Bildungsort eine wichtige Rolle. Zur Bildungslandschaft gehört somit auch, dass das Stadttheater ein gemeinsames Projekt mit dem offenen Jugendtreff durchführt oder sich die Jugendeinrichtungen vor Ort vernetzen und mit ihren Besuchern eine Projektreihe an verschiedenen Orten der Stadt durchführen. Die Bildungslandschaft bezieht sich also immer auf konkrete Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche räumlich aufhalten. In der Bildungslandschaft können Kinder und Jugendliche somit auch von Angeboten profitieren, in denen sie selbst zu den zentralen Akteuren des Geschehens werden, und von Möglichkeiten, die sie selbst gestalten, z.B. auch mit Blick auf informelle Treffs und selbst organisierte Freiräume. Es geht insgesamt um eine breite Einbindung von Angeboten und Räumen der Kinder- und Jugendbildung, aus jugendpolitischer Sicht somit insbesondere auch um die vielfältigen Formen und Inhalte der Kinder- und Jugendarbeit.

Das Land unterstützt die Entwicklung von Bildungslandschaften

Neben dem Ganztag liegt im Aufbau von bisher 51 Regionalen Bildungsnetzwerken in den Kreisen und Kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens seit dem Jahr 2008 ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung von Bildungslandschaften durch das Land. Seit dem Jahr 2011 bietet die Förderposition "Kinder-/Jugendarbeit in Kommunalen Bildungslandschaften" des Kinder- und Jugendförderplans den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit zudem die Möglichkeit, sich in die Ausgestaltung von Bildungslandschaften vor Ort einzubringen. Dazu stehen Projektfördermittel in Höhe von vier Millionen Euro pro Jahr zu Verfügung. Ziel der Projekte ist es hier insbesondere, die offene und verbandliche Kinder- und Jugendarbeit darin stärker zu verankern. Hierbei kommen sowohl Kooperationen mit dem außerunterrichtlichen Bereich von Ganztagsschulen (jedoch keine regulären Ganztagsangebote) als auch mit nicht schulischen Bildungspartnern in Frage.

Als Maßnahmen von übergeordnetem, landesweitem Interesse werden zurzeit Projekte von landeszentralen Trägern der Jugendarbeit sowie von ausgewählten Jugendämtern aus dem Kinder- und Jugendförderplan gefördert. Sie machen sich in den jeweiligen Strukturen für die dauerhafte Einbindung der Kinder- und Jugendarbeit in örtliche Bildungslandschaften stark.

Themen

Jugend

Navigation

Jugend

Kontakt

Informationen

KEINE ERGEBNISSE

Informationen

Downloads

Externe Links

zum Thema