Künstlernachlässe als Kulturgut

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Gespeichert von Henning Severin am 28. April 2016 - 10:44
23. April 2016

Künstlernachlässe als Kulturgut

Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des zweitägigen internationalen Symposiums "European Heritage: Künstlernachlässe als Kulturgut" am 23. April in der Bonner Bundeskunsthalle hat Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf angekündigt, dass sich die Politik stärker mit Künstlernachlässen beschäftigen werde: "Das ist ein relativ neues Feld, mit dem sich die Politik befasst, und dem wir uns jetzt erst einmal politisch annähern." Die Finanzierung sei aber eine zweite Frage.

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Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des zweitägigen internationalen Symposiums "European Heritage: Künstlernachlässe als Kulturgut" am 23. April in der Bonner Bundeskunsthalle hat Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf angekündigt, dass sich die Politik stärker mit Künstlernachlässen beschäftigen werde: "Das ist ein relativ neues Feld, mit dem sich die Politik befasst, und dem wir uns jetzt erst einmal politisch annähern." Die Finanzierung sei aber eine zweite Frage.
 
Es gehe, so der Staatssekretär, aber nicht nur um herausragende Nachlässe international bekannter Künstlerinnen und Künstler: "Es gibt mittlerweile eine Reihe von regionalen und lokalen Initiativen, die Künstlernachlässe sammeln, aufbereiten und erwerben. Dass wir diese Arbeit im Kern unterstützen möchten – auch die regionale Arbeit vor Ort – ist unbestritten." Eine finanzielle Unterstützung dieser vielen wichtigen Initiativen würde ein großes Land wie NRW aber überfordern. Nordrhein-Westfalen leite derzeit mit Baden-Württemberg die entsprechende Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz. Zentrale Fragen sollen hier zwischen den Ländern abgestimmt werden.
 
Für die Landesregierung sei die Beratung von Kultureinrichtungen ein ganz wichtiger Punkt. "Dies betrifft das Thema Digitalisierung, die korrekte Lagerung und viele weitere praktische Fragen." Zentral sei auch die Vernetzung der beteiligten Institutionen, wie den Archiven für den Schriftnachlass, Orten für den künstlerischen Nachlass, Forschungseinrichtungen und Ausstellungsmöglichkeiten. Dies finde teilweise schon statt.
 
Das Land Nordrhein-Westfalen hat immer wieder punktuell bei herausragenden Nachlässen Mittel zur Verfügung gestellt. Bedingung jeder öffentlichen Förderung müsse es aber sein, einen öffentlichen Zugang zu den Nachlässen zu ermöglichen. Staatssekretär Neuendorf nannte als ein Beispiel das Pina-Bausch-Archiv in Wuppertal, das das Werk dieser großen Tänzerin gerade in einer Ausstellung in der Bundeskunsthalle zeigt. Eine gute Arbeit leiste auch das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds, dessen bauliche Investitionen das Land fördere, und das Nachlässe herausragender Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland aufnimmt.
 
Im Mittelpunkt des Symposiums "European Heritage" stand die gestiegene Bedeutung von Künstlernachlässen als Kunstschatz, Kulturerbe und Ausgangsbasis für zukünftige Forschungen. Mit Staatssekretär Neuendorf diskutierten auf dem Podium Thomas Gaehtgens (Getty Research Institute, Los Angeles), Henrik Hanstein (Kunsthaus Lempertz, Köln), Heinz Holtmann (Galerist, Köln), Britta Kaiser-Schuster (Kulturstiftung der Länder, Berlin) und Gerhard Pfennig (Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds, Brauweiler). Das Symposium fand auf Einladung des Rheinischen Archivs für Künstlernachlässe statt.

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