Langfristige Investition gegen Kinderarmut

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Gespeichert von Henning Severin am 2. März 2016 - 16:42
2. März 2016

Langfristige Investition gegen Kinderarmut

Angesichts einer steigenden Kinderarmutsquote hat Familienministerin Christina Kampmann am 2. März im Düsseldorfer Landtag die Anstrengungen der Landesregierung für Kinder und Familien dargestellt: "Wenn ich sehe, dass die Kinderarmut gestiegen ist, ist das für mich kein Grund, von diesem Weg abzurücken, sondern ein ganz massiver Grund, diesen Weg in Zukunft noch klarer und entschiedener voranzutreiben."

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Ministerin Kampmann unterstrich dabei die Rolle des Landesmodellvorhabens "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor". Städte und Kreise arbeiten dabei am Aufbau kommunaler Präventionsketten. Das Ziel: gesellschaftliche Teilhabe und gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. "Wir haben uns für einen langfristigen Ansatz entschieden, der die Reduzierung von Kinderarmut im Blick hat. 'Kein Kind zurücklassen!' ist genau dieser Weg, auf den sich das Land und die Kommunen gemacht haben – nicht um kurzfristige Versprechen einzulösen, sondern um dauerhaft in unsere Kinder zu investieren." Kurzfristige Erfolge ließen sich nur über die Arbeitsmarktpolitik erreichen, da Arbeitslosigkeit oder prekäre Beschäftigung der Eltern die Hauptursachen von Kinderarmut sind.

Familienministerin Kampmann: "Jede Investition in unsere Kinder ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft." (c) MFKJKS | Foto: H. Severin

Um den Teufelskreis der vererbten Armut durch politische Maßnahmen zu durchbrechen, brauche es Mut. Und das erfordere einen Paradigmenwechsel, so Ministerin Kampmann. "Kurzfristig verbessern können wir die Kinderarmut nur, indem wir die Einkommenssituation verbessern. Mir ist es als Familienministerin aber wichtig, die Chancen der Kinder selbst zu verbessern, um aus der Armut ihres Elternhauses herauswachsen zu können."
 
Ministerin Kampmann wies darauf hin, wie wichtig aus ihrer Sicht eine Politik der Vorbeugung ist. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport habe viele Maßnahmen eingeleitet, die die Kinderarmut reduzierten: der Ausbau von Familienzentren auf schwierige Sozialräume, Brückenprojekte für Flüchtlingskinder und auch der Ausbau der U3-Betreuung.
 
Bei dem neuen Kita-Gesetz, dessen Eckpunkte Ende 2016 vorliegen sollen, versprach die Ministerin, dass hierbei  auch das Thema "Randzeiten" eine wichtige Rolle spielen werde. Kampmann sagte: "Kinder und Familien stehen bei uns im Mittelpunkt der Landespolitik, weil wir wissen, dass jede Investition in unsere Kinder eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft ist."
 
Die Kinder, bei denen eine anstehende Klassenfahrt zur finanziellen Zerreißprobe in der Familie werde, würden in den Mittelpunkt der Landespolitik gestellt. "Und ich lasse nicht zu, dass sich auf Bundesebene, wo die familienpolitischen Leistungen angesiedelt sind, eine schwarze Null anstelle einer stärkeren Unterstützung für benachteiligte Kinder durchsetzt." Deswegen werde die Landesregierung ihre Anstrengungen für bestimmte Zielgruppen wie Alleinerziehende, die besonders von Armut betroffen sind, noch verstärken.

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