Niederdeutsch in NRW: Sprache ist Heimat

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21. April 2016

Niederdeutsch in NRW: Sprache ist Heimat

Kulturministerin Christina Kampmann hat in der Landtagssitzung am 22. April das Engagement der Landesregierung für die Niederdeutsche Sprache erläutert. "Das Plattdeutsche ist nach wie vor selbstverständlicher Teil der nordrhein-westfälischen Kultur." Die Landesregierung berücksichtige daher in ihrer Arbeit die Wünsche und Bedürfnisse dieser Sprachgruppe.

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Kulturministerin Christina Kampmann hat in der Landtagssitzung am 22. April das Engagement der Landesregierung für die Niederdeutsche Sprache erläutert. "Das Plattdeutsche ist nach wie vor selbstverständlicher Teil der nordrhein-westfälischen Kultur." Die Landesregierung berücksichtige daher in ihrer Arbeit die Wünsche und Bedürfnisse dieser Sprachgruppe.
 
In der Plenarsitzung hatte die CDU gefordert, einen Beirat für niederdeutsche Sprache zu gründen. Ministerin Kampmann erläuterte, dass in der Staatskanzlei bereits eine Koordinierungsstelle für Niederdeutsch eingerichtet worden sei. An den regelmäßigen Treffen der Koordinierungsstelle nehmen Vertreter des Niederdeutschen und die fachlich beteiligten Ressorts teil. "Damit kommen wir den Verpflichtungen der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen nach", erklärte die Ministerin. Das Land NRW habe Teil 2 dieser Charta ratifiziert. "Nur weil Platt immer weniger gesprochen wird, darf diese Sprache nicht in Vergessenheit geraten. Sprache ist auch immer ein Stück Heimat."
 
Ministerin Kampmann sagte, es bleibe eine wichtige Aufgabe, "diesen bedeutenden kulturellen Schatz für die kommenden Generationen zu bewahren." Sie dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Heimatvereinen engagierten. Dabei spiele Platt nicht nur in den Heimatvereinen eine Rolle. "Es gibt auch einen Plattdeutschen Twitteraccount und auch Facebook-Gruppen von jungen Leuten, die dort miteinander Platt sprechen und schreiben." Das Niederdeutsche sei eben nicht nur etwas für Ältere.
 
In Nordrhein-Westfalen unterstütze vor allem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Pflege des Niederdeutschen, unter anderem mit einer institutionellen Förderung des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen, so die Ministerin. Der LWL unterhalte außerdem eine wissenschaftliche Kommission für Mundart- und Namensforschung zur sprach- und literaturwissenschaftlichen Erforschung Westfalens. Und die Bezirksregierung Münster habe einen Modellversuch gestartet, mit dem das Plattdeutsche als Unterrichtssprache an ausgewählten Grundschulen wieder etabliert werden soll. "Ich finde das sehr lobenswert", erklärte Ministerin Kampmann. Natürlich könne der Landtag einen Beirat einrichte, wie beispielsweise Schleswig-Holstein einen hat - dafür wäre dieser Antrag allerdings nicht nötig gewesen. Die Fraktionen einigten sich darauf, diesen Punkt an den Ausschuss für Kultur und Medien zu überweisen.

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