"Ohne Kinder ist in unserem Land kein Staat zu machen!"

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Gespeichert von Henning Severin am 13. Juni 2016 - 11:50
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10. Juni 2016

"Ohne Kinder ist in unserem Land kein Staat zu machen!"

Kinder- und Jugendministerin Christina Kampmann fordert, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. "Ohne Kinder ist in unserem Land kein Staat zu machen", sagte sie am 10. Juni im Düsseldorfer Landtag. Wenn ihre Rechte im Grundgesetz festgeschrieben wären, bekämen Kinder endlich den Stellenwert in der Gesellschaft, der ihnen zustehe. Die Ministerin begrüßte einen Antrag der Regierungsparteien, mit dem die Rechte von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden sollen.

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Kinder- und Jugendministerin Christina Kampmann fordert, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. "Ohne Kinder ist in unserem Land kein Staat zu machen", sagte sie am 10. Juni im Düsseldorfer Landtag. Wenn ihre Rechte im Grundgesetz festgeschrieben wären, bekämen Kinder endlich den Stellenwert in der Gesellschaft, der ihnen zustehe. Die Ministerin begrüßte einen Antrag der Regierungsparteien, mit dem die Rechte von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden sollen.

Unter anderem wird im Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gefordert, das Thema Kinderrechte bei Schulungen und Fortbildungsprogrammen von Lehrkräften stärker zu berücksichtigen. Daneben soll es eine intensivere Förderung der Anerkennungskultur in Nordrhein-Westfalen geben. Die Fraktionen wollen sich ebenfalls dafür einsetzen, dass die UN-Kinderrechtskonvention in NRW bekannter wird. Darüber hinaus sollen Familien mit Migrationshintergrund stärker über die Vorteile der U3-Betreuung und des Besuchs von KiTa oder Ganztagsschule aufgeklärt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Programmen und Projekten zur demokratischen Bildung wie "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" durch das Land.
 
Ministerin Kampmann erklärte: "Wir wollen unsere Demokratie auf ein sicheres Fundament stellen. Das gilt gerade auch für Kinder und Jugendliche, denn sie sind es, die unsere Demokratie in Zukunft gestalten wollen." Wenn sie mitreden und mitentscheiden könnten, müssten sie schon früh wissen, was eine gute Gemeinschaft ausmache. "Das heißt, dass jeder und jede seinen eigenen Platz bekommt, dass jede einzelne Meinung wichtig ist und respektiert werden muss. Deshalb sind uns Beteiligungs- und Mitbestimmungsangebote wichtig."
 
Die Angebote müssten aber, so die Ministerin, leicht zugänglich und niederschwellig sein, damit Kinder und Jugendlich mitreden können. "Sie haben wichtige Bedürfnisse, wenn es darum geht, einen neuen Spielplatz zu bauen. Sie stellen sich Fragen, warum das Freibad eigentlich keine anderen Öffnungszeiten hat oder wie unsere Stadt insgesamt kinder- und jugendfreundlicher werden kann."

Wir müssen vom Kind aus denken und sie in den Mittelpunkt unserer Politik stellen. Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!

Damit dies noch besser gelinge, brauche es den Paradigmenwechseln, den die Landesregierung längst eingeleitet habe. "Wir müssen vom Kind aus denken und sie in den Mittelpunkt unserer Politik stellen." Dieser Grundsatz müsse jetzt noch stärker in die allgemeine Gesetzgebung eingebracht werden. "Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!" Ministerin Kampmann begrüßte, dass die Jugend- und Familienministerkonferenz im Mai 2014 beschlossen hat, eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Kinderrechte einzusetzen, die sich unter anderem genau mit dieser Frage beschäftigt.       

Aber auch die Landesregierung habe in den letzten Jahren vieles getan, um strukturelle Änderungen voranzubringen. Hierzu zähle unter anderem die KiBiz-Revision, mit der der Bildungsauftrag in der Kindertageseinrichtung deutlicher hervorgehoben wurde. Darüber hinaus wolle die Landesregierung gemeinsam mit den beiden Landesjugendämtern der einmischenden Jugendpolitik auf kommunaler Ebene einen neuen Impuls geben. Dazu sei mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern ein Arbeitsprozess eröffnet worden, um Eckpunkte und Instrumente einer einmischenden kommunalen Jugendpolitik zu beschreiben und diesen den Jugendämtern und Jugendhilfeausschüssen in NRW vorzustellen. "Wir sind in NRW an vielen Stellen aktiv, um die UN-Kinderrechtskonvention umzusetzen – und wir werden diesen Weg auch weitergehen."

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