Soziokulturelle Zentren

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Gespeichert von Flowconcept am 26. Januar 2015 - 11:42

Förderprogramme für die soziokulturellen Zentren in NRW

Die Landesregierung unterstützt künstlerische Projekte soziokultureller Zentren

Das Land NRW fördert über die LAG Soziokultur NW die vier Handlungsfelder Allgemeine Projektförderung, Konzeptförderung zur künstlerischen Profilierung, Kooperation von kommunalen Theatern und soziokulturellen Zentren sowie Investitionsförderung.

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Allgemeine Projektförderung

Die LAG Soziokultureller Zentren NW vergibt seit 1986 alljährlich die vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellten Fördermittel für projektbezogene soziokulturelle Arbeit. Die inhaltlichen Kriterien der für zusätzliche Vorhaben vorgesehenen Landesmittel sind: Dezentralität, Selbstverwaltung, Strukturausgleich, Bürgernähe sowie die Förderung regional und überregional bedeutsamer oder modellartiger Projekte. Die Projektförderungen sollen explizit nicht nur in Ballungsräumen erfolgen, sondern sind bevorzugt für dezentrale, bürgernahe Angebote, in eher ländlichen und unterversorgten Regionen vorgesehen. In den größeren Städten werden vorwiegend innovative Projekte gefördert, während in den kleineren Städten die kulturelle Grundversorgung und die Qualifizierung der Veranstaltungsarbeit unterstützt werden.

Diese Landesförderung initiiert häufig die kulturelle Profilbildung vorwiegend kleinerer Einrichtungen und erhöht die Chancen, auch von den Kommunen bzw. Kreisen weiteren Mittel einzuwerben (kulturpolitischen 'Anstoßes'). Die LAG NW hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe übernommen, jeweils jährlich ein Konzept für die Verteilung der Mittel zu er­arbeiten und die verwaltungsmäßige Abwicklung des Verfahrens zu gewährleisten. Allg. Projektbudget der LAG Soziokultur wird per Jury vergeben und umfasst 130.000,- Euro.

Detaillierte Informationen finden Sie hier.

Konzeptförderung zur künstlerischen Profilierung

Das Ziel der Konzeptförderung ist die Weiterentwicklung der künstlerischen Schwerpunkte der soziokulturellen Zentren in Nordrhein-Westfalen. Diese leisten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel auf der Stadtteilebene und auf der regionalen Ebene. Hierbei spielen die Künste eine zunehmend wichtige Rolle. Durch diese Förderung werden die Zentren bei der Entwicklung künstlerischer Konzepte unterstützt. Die Landesregierung fördert diese Konzeptentwicklung im Zuge einer Projektförderung in einem dreijährigen Förderzeitraum. Der aktuelle Förderturnus läuft vom 01.07.2015 bis 30.06.2018.

Die Fördersumme für die Konzepte der Zentren beträgt insgesamt jährlich 320.000 Euro. Es werden – vorbehaltlich zur Verfügung stehender Haushaltsmittel nach Verabschiedung des Landeshaushaltes – acht soziokulturelle Zentren mit jährlich bis zu 40.000 Euro gefördert. Zusätzlich stehen 10.000 Euro für die Kosten der Jury und der Auswertung der Konzepte zur Verfügung.

Fördervoraussetzungen

Zuwendungsempfänger sind soziokulturelle Zentren in Nordrhein-Westfalen. Die Zentren sollten in der Regel eine mehrjährige Erfahrung mit professionellen künstlerischen Projekten aufweisen, die in ein Gesamtkonzept eingebunden sind. Zentren, die bei der Konzeptförderung Berücksichtigung finden, können für die Kofinanzierung keine Mittel aus der allgemeinen Projektförderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren in Münster einsetzen.

Förderantrag

Bestandteil des Förderantrags ist ein auf drei Jahre angelegtes künstlerisches Konzept, das die folgenden Fragen beantwortet:

  • Welches bestehende künstlerische Profil des jeweiligen Zentrums soll in welchen Schritten weiterentwickelt werden?
  • Welches eventuell neue künstlerische Profil des jeweiligen Zentrums wird in welchen Schritten angestrebt?
  • Welche Sparten bzw. welche interdisziplinären oder performativen Ansätze sollen im Vordergrund stehen?
  • Welche Künstlerinnen und Künstler (mit Biografie) sollen beteiligt werden?
  • Wer übernimmt die künstlerische Betreuung des Konzeptes?
  • Welche Publikumsschichten und Zielgruppen sollen erreicht werden?
  • Welche Wirkungen auf den Stadtteil/die Stadt/die Region werden erwartet?

Bildung inhaltlicher Schwerpunkte im Förderzeitraum 2015 bis 2018

Bei ihrer Bewertung werden die Jury und die Kulturabteilung des Ministeriums ein künstlerisches Engagement vorrangig auf folgenden Gebieten berücksichtigen:

  • Interkultureller Dialog, Integration, Heimat und Migration
  • Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche
  • Kunst und Kultur für Senioren und generationsübergreifende Projekte, demografischer Wandel
  • Gesellschaftlicher Wandel am Arbeitsplatz, unbezahlte Tätigkeit und ehrenamtliches Engagement
  • Verantwortung übernehmen im Kontext urbaner Entwicklungsprozesse

Die Berücksichtigung eines der oben genannten Themenfelder ist nicht Voraussetzung dieser Konzeptförderung. Angestrebt wird jedoch in jedem Fall ein modellhafter Projektcharakter, dessen Erfahrungen auch auf andere soziokulturelle Zentren übertragen werden können.

Jury

Die Förderentscheidung des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgt auf der Grundlage der Empfehlung einer Fachjury, die vom Ministerium berufen wird.

Beendigung der Förderung

Die Förderung läuft im Regelfall über maximal drei Jahre. Die Zuwendungszusage für das zweite und dritte Jahr kann widerrufen werden, wenn das Ministerium auf der Grundlage einer Evaluation zu dem Ergebnis kommt, dass der Zuwendungsempfänger sein Konzept vernachlässigt.

Evaluation

Die Zentren sind zu einer Selbstevaluation in Form eines Jahresberichtes verpflichtet. Das Ministerium beauftragt zusätzlich eine geeignete Agentur, eine Evaluation der Konzeptförderungen durchzuführen

Weitere Informationen

Ansprechpartner sind die Dezernate 48 der jeweiligen Bezirksregierungen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NRW.

FAQ

Eine Übersicht der wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

Kooperation von kommunalen Theatern und soziokulturellen Zentren

Neuer Förderbereich für die Kooperationen zwischen kommunalen Theatern und soziokulturellen Zentren

Auf der Basis des 2004 in NRW begonnenen Erfolgsmodells der Förderung von Kooperationen zwischen Kommunaltheatern und freien Ensembles wurde 2011 ein neuer Bereich geschaffen, der einen Anreiz für die Kooperation von soziokulturellen Zentren mit Kommunaltheatern bietet, wenn sinnvoll auch unter Einbeziehung freier Theater. Inhaltlicher Schwerpunkt sind die Bereiche Interkultur, postmigrantisches Theater, Projekt im urbanen Raum sowie partizipatorische Projekte.  Diese Förderung mit insgesamt bis zu 100.000 Euro hat bereits sehr interessante Produktionen hervorgebracht.

Freie Künstlerinnen und Künstler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der soziokulturellen Zentren haben in den letzten zehn bis zwanzig Jahren gerade im Bereich der partizipatorischen Projekte und der künstlerischen Workshops mit Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft Pionierarbeit geleistet. Sie werden gewissermaßen als Experten an ungewöhnlichen Projektkonstellationen beteiligt, die den Rahmen einer künstlerischen Arbeit im Theater sprengen und etwa den Stadtraum oder andere unkonventionelle "Bühnen" nutzen.
 

Projektförderung bei der LAG NRW beantragen

Bei den Kooperationen müssen finanzielle, räumliche, personelle, künstlerische und intellektuelle Ressourcen gemeinsam genutzt und vernetzt werden. Antragsteller sollten auch hier aufgrund der stabileren finanziellen Gesamtsituation in der Regel die Kommunaltheater sein. Die Ausschreibung der Förderung mit in der Regel insgesamt maximal 100.000 Euro erfolgt jährlich in Kooperation mit der LAG Soziokultureller Zentren NW.

Seit 2004 besteht darüber hinaus ein bundesweit bislang einmaliges Förderbudget, das gezielt Kooperationsprojekte zwischen freien Ensembles und kommunalen Theatern ermöglicht. Diese Förderung mit in der Regel insgesamt maximal 200.000 Euro hat ebenfalls sehr interessante Produktionen hervorgebracht, bei denen die freien und kommunalen Theater konzeptionell gemeinsam federführend sind. Die formale Abwicklung und Präsentation liegt bei den Kommunaltheatern. Auf diese Weise werden für beide Seiten ästhetische Experimente ermöglicht.

Eine Übersicht über die Förderung der freien Theater in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.
 
 

Investitionsförderung

In den Jahren 2013 und 2015 unterstützte das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport zusätzlich zu seiner bisherigen Förderung Soziokulturelle Zentren und Produktionsstätten Freier Darstellender Kunst mit bis zu einer Million Euro. Bezuschusst wurden Ausstattungsgegenstände, kleinere Umbauten, Maßnahmen zur Digitalisierung. Insgesamt 65 Einrichtungen haben eine Förderung des Landes erhalten. So erhielt etwa der Schlachthof Soest für seine kulturellen Veranstaltungen eine neue Bestuhlung. In der Zeche Carl in Essen wird künftig eine neue Tontechnik den gestiegenen Ansprüchen an Klangqualität gerecht und das Freie Werkstatttheater in Köln wurde mit einer neuen Bühnentechnik ausgestattet. Die Auswahl traf eine Fachjury. Für das Jahr 2016 ist kein Investitionsprogramm vorgesehen.

Themen

Kultur